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Machbarkeitsstudie für die Zulaufstrecke Unterland - Tunnelvariante beste bautechnische und landschaftliche Lösung
Machbarkeitsstudie für die Zulaufstrecke Unterland – Tunnelvariante beste bautechnische und landschaftliche Lösung
Der Abschnitt im Südtiroler Unterland zwischen Branzoll und Salurn wurde im Dezember 2007 von Land, Infrastrukturministerium und der Schienenbetreibergesellschaft RFI als fünftes prioritäres Baulos zwischen Franzensfeste und Verona eingestuft. Damit nach Fertigstellung des Brennerbasistunnels das Südtiroler Unterland nicht zu einem Nadelöhr auf der Neuen Brennerbahn von München nach Verona wird und keine Kapazitätsengpässe auf der Bestandsstrecke entstehen, hat die Südtiroler Landesregierung die Notwendigkeit festgestellt, mit der Projektierung der Machbarkeitstudie für den viergleisigen Ausbau der Eisenbahn im Südtiroler Unterland zu beginnen.
Um negative Auswirkungen auf das Unterland so gering wie möglich zu halten, ist es besonders wichtig sämtliche mögliche Trassenvarianten, im Tunnel sowie im Talboden, zu untersuchen, miteinander zu vergleichen und schließlich die Bestvariante für weiterführende Planungen auszuwählen. Die Machbarkeitsstudie im Südtiroler Unterland wird von einer gemischten Projektierungsgruppe, zusammengesetzt aus Technikern der RFI, der Autonomen Provinz Bozen und Vertretern der Bezirksgemeinschaft Überetsch - Unterland, koordiniert. Der Auftrag für die Erstellung der Machbarkeitsstudie wurde mittels Ausschreibung an die Bietergemeinschaft EUT/ILF vergeben. Mittlerweile liegen die ersten konkreten Vorschläge zur Trassenführung im Unterland vor. Bei der Planung der Trassenvarianten wurden sämtliche Auflagen des UVP-Beirates zur Umweltverträglichkeitsstudie aus dem Jahre 2003 miteinbezogen. Es galt außerdem die geologischen und naturräumlichen sowie die technischen Spezifikationen der RFI zu berücksichtigen. Sämtliche untersuchte Trassenvarianten knüpfen in Norden bei Branzoll an die geplante Umfahrung von Bozen an, im Süden stellt die Anbindung auf der orographisch linken Talseite in den Tunnel der Provinz Trient einen zweiten Zwangspunkt dar. Von insgesamt sieben untersuchten Varianten durch das Unterland wurden im Rahmen der Machbarkeitsstudie drei in Frage kommende Trassenvarianten näher untersucht:
Variante A:
Die sog. „Tunnel-Variante“ vermeidet grundsätzlich oberirdische Nutzungskonflikte mit dem Siedlungs- und Wirtschaftsraum sowie den Kulturflächen. Auch ist sie aus bautechnischer Sicht aufgrund der geologischen Gegebenheiten ohne größere Probleme machbar. Diese Variante verläuft vorwiegend im Tunnel und sieht zwei kurze offene Abschnitte vor. Bei der Tunnelvariante ist es gelungen einer geologischen Störzone - der so genannten „Trudener Linie“ - auszuweichen und die Durchfahrtslänge der Natura 2000-Gebiete auf ein Minimum zu reduzieren.
Variante B:
Die „Etschvariante“ führt weitgehend im Talboden auf der orographisch linken Seite der Etsch mit dem Bestreben - angelehnt an den Etschdamm - eine eingeschüttete Tunneltrasse in offener Bauweise zu errichten. Allerdings ist es aufgrund der engen Etschbögen nicht immer möglich die Trasse mit dem Etschdamm zu bündeln. Diese Variante weist hinsichtlich der Materialbewirtschaftung einige Vorteile auf, jedoch überwiegen die Nachteile: bautechnisch sehr kritische und schwierig herzustellende Bereiche, hohes Baurisiko in extrem schwierigen Baugrundverhältnissen sowie die Belastungen in der Bauphase sprechen dagegen.
Variante C:
Bei der „Autobahnvariante“ wurde versucht, möglichst dem Verlauf der Brennerautobahn zu folgen und hier in unmittelbarer Nähe des Autobahndammes eine eingehauste Lösung vorzusehen. Auch hier werden die ungünstigen Bodenverhältnisse im Talboden von der Planungsgruppe kritisch und mit hohem Baurisiko beurteilt. Weiters ergibt sich das Problem, dass die Etsch und die Bestandsstrecke an zwei Stellen unterquert werden müssen.
Strategische Umweltprüfung (SUP):
Parallel zur Machbarkeitsstudie wird gemäß Landesgesetz Nr. 2 vom 5. April 2007 die Eintragung der Bestvariante in die Bauleitpläne der Gemeinden einer Strategischen Umweltprüfung (SUP) unterzogen. Die Abteilung Raumordnung arbeitet derzeit an einem Umweltbericht, welcher die Grundlage für das SUP-Verfahren darstellt. Der Umweltbericht soll die voraussichtlichen und abschätzbaren Auswirkungen der Durchführung des Planes sowie mögliche Alternativen (inklusive Nullvariante, d.h. Entwicklung bei Nichtdurchführung des Planes) beschreiben. Im Umweltbericht werden auch Maßnahmen zur Verringerung oder zum Ausgleich der Umweltauswirkungen definiert.
Um den Planungsprozess möglichst transparent zu gestalten, soll die Bevölkerung des Unterlandes weitestmöglich einbezogen werden. Das passiert einerseits durch die Einbindung der Bezirksgemeinschaft Überetsch - Unterland in die Planungsgruppe, durch öffentliche Informationsveranstaltungen für alle Interessierten sowie durch die Gründung der „Plattform Zulaufstrecke“.